
Sound und Musik begleiten heute nahezu jedes Computerspiel. Der Einsatz von Musik bedient dabei mehrere Ebenen: Einerseits rahmt Musik das Spiel ein, andererseits erfüllt sie den virtuellen Raum mit einer bestimmten beabsichtigten Atmosphäre. Hinter dem Begriff Gamemusic steht eine ganze Industrie und reicht vom käuflich erwerbbaren Soundtrack bis zum Livekonzert. Somit bildet Musik einen wichtigen und sehr bewusst eingesetzten Gegenstand im Computerspiel. Ähnlich wie bei der Filmmusik soll die im Spiel erklingende Musik bestimmte Gefühle beim Rezipienten hervorrufen. Anders als bei der Filmmusik folgt die Spielmusik nicht einem bestimmten durch den zeitlichen Ablauf festgelegten Muster, sondern wird durch den variablen jeweiligen Spielverlauf (in einem sehr großen vorprogrammierten Rahmen) jeweils neu zusammengesetzt.
Die beiden Bereiche Musik als äußerer Rahmen (= funktional) und Musik mit bestimmter beabsichtigter Wirkung (= emotional) lassen sich nicht hundertprozentig voneinander trennen. Auch eine funktionale Musik in Form z. B. eines Intros versetzt den Spieler in die Atmosphäre der virtuellen Welt der jeweiligen Spielhandlung. Eine Ending-Melodie ist einerseits funktional (akustische Untermalung des Endes), andererseits hat sie eine Wirkung (bei einem Sieg klingt sie heroisch und fröhlich, bei einem verlorenen Spiel traurig). Diese Beispiele der wirkungsvollen Aspekte des funktionalen Einsatzes von Spielemusik lassen sich weiter fortsetzen und sind Gegenstand der Untersuchung. Außerdem geht es um die Bildung audiovisueller virtueller Welten und den Zustand der Immersion.