
Veranstalter: Zentrum für Wissenschaft und Forschung Leipzig - Medien e.V.
Datum, Ort: 08.06.2012-09.06.2012, Leipzig, Burgstraße 21
Deadline: 31.01.2012
Mashup, englisch to mash, meint „etwas Vermischen“, „Unterschiedliches miteinander verbinden“, ohne dass damit eine inhaltliche oder formale Einschränkung einhergeht. Mashup hat sich als Begriff eingebürgert für auditiv, visuell, audiovisuell „vermischte“ Neuarrangements, Collagen, Bricolagen in der Musik, in Videos, in Computerspielen, in der (aktuellen Medien-)Kunst, in der Architektur. Es handelt sich demnach um eine Verbindung heterogener Elemente, die etwas (scheinbar) Neues hervorbringen, zumindest etwas in einer neuen Qualität. Googelt man den Begriff Mashup, so werden dem Suchenden im September 2011 über 72 Millionen Ergebnisse, hauptsächlich musikorientierte Angebote im Internet, offeriert. Parallel dazu und darüber hinaus lassen sich beispielsweise durch konvergente mediale Entwicklungen auch Mashups in medialen Architekturen finden. Im Internet verbinden Websites unterschiedliche Elemente (beispielsweise Musik, Video, Hyperlinks oder die Programmierung betreffend) mit unterschiedlichen Funktionen miteinander. Dabei ist auffallend, dass sich in den Mashups stets – quasi selbstreferentielle – Verweise auf ihre Medialität finden lassen. Erste Schritte zur Analyse und Erfassung der Multiperspektivität von Mashups unternahmen Siegener Medienwissenschaftler, die Mashup-Medien unter den »Perspektiven der Netzkultur im 21. Jahrhundert« betrachten. Gleichwohl steht eine systematische medien- und kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Phänomen noch aus.
Diesem Mangel zu begegnen, ist Zielsetzung der Tagung „Mashup. Theorie – Ästhetik –Praxis“. Ausgangspunkt ist hierbei die These, dass es einerseits zugrunde liegende mediale und kulturelle Techniken gibt, die diese Form des Mischgenres erst ermöglichen. Andererseits muss berücksichtigt werden, dass die mediale Kompetenz der User exponentiell angestiegen ist und weiter ansteigt, solche Mischformen zu entwickeln und zu nutzen. Der aktuellen BITKOM-Studie vom November 2010 „Jugend 2.0“ zufolge trauen es sich beispielsweise mittlerweile 28 Prozent der Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren selbst zu, am Computer Filme zu schneiden. Es ist zu fragen, inwieweit es sich bei Mashups um eine qualitativ neue Form der Aneignung und/oder nur einer produktiven Auseinandersetzung mit medialen Angeboten geht. Welche wären das, wie lassen sie sich in ihrem Zustandekommen historisch verorten und welche Ästhetiken sind beobachtbar? Sind medienkonvergente Entwicklungen per se als Mashups zu bezeichnen? Was bedeutet das für den Status des verwendeten Materials, des Mediums, des Medialen und was sagt das über den Zugang zum Material und das Selbstverständnis medialen Handelns aus? Gibt es eine Zukunft für Mashups?
Die Tagung fokussiert vier Leitthemen:
SEKTION 1 | THEORIEN
- Schwerpunkte könnten u.a. sein: Theorien zur Mashups, ihre mediale und kulturelle Einordnung, Gegenständlichkeit und/oder Medialität hinsichtlich deren Bedeutung für die Medien- und Kulturwissenschaft; Grenzen und Möglichkeiten der Untersuchung von Mashups unter den Aspekten Technik, Medialität und Performativität.
SEKTION 2 | ÄSTHETIKEN
- Schwerpunkte könnten u.a. sein: Mashups im Kontext der Konzeption einer Ästhetik des Digitalen; die Inszenierung und Präsenz von Körperlichkeit und Konzepte, die Narration, Strukturierung oder Raum betreffen.
SEKTION 3 | METHODEN
- Schwerpunkte könnten u.a. sein: Methodische und systematische Zugänge zur Analyse von Mashups hinsichtlich ihrer Struktur, Zeichenhaftigkeit, Narrativität oder Ästhetik.
SEKTION 4 | PRAKTIKEN
- Schwerpunkte könnten u.a. sein: popkulturelle Praxen; mediale Konvergenzen/Divergenzen im Kontext Analog/Digital; Schnittstellen des Wandels; Gesten und Techniken der Darstellung, der Inszenierung, der Performativität; Fragen des Urheber- und Medienrechts.
ABSTRACTS
Die Einreichung der Abstracts (max. 1500 Zeichen) mit kurzer Vita erfolgt bis zum 31. Februar 2012 in elektronischer Form an folgende drei Adressen:
Dr. Thomas Wilke - thomas.wilke@
Judith Kretzschmar - jkretz@
Markus Schubert - info@
Bitte ordnen Sie Ihr Abstract einem der vier Themenschwerpunkte zu und machen Sie deutlich, ob es sich bei Ihrem projektierten Themenvorschlag um einen Originalbeitrag handelt. Die Rückmeldung über Annahme und Ablehnung der Abstracts erfolgt bis spätestens zum 10. März 2012. Eine spätere Veröffentlichung der Beiträge ist vorgesehen.
| Kontakt: |
Markus Schubert info@ |
| URL: | http:/ |
URL zur Zitation dieses Beitrageshttp://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=17995