Beiträge gesucht / Call for Contributions: (Computer-)Spiel und Datenbank

Bild von Serjoscha Wiemer
**Beiträge gesucht / Call for Contributions: (Computer-)Spiel und Datenbank

Für eine in Vorbereitung befindliche Publikation suchen wir medien- und kulturwissenschaftliche Beiträge, die sich mit der Datenbank als einem zentralen Merkmal von Computerspielen auseinandersetzen. Vorschläge (als Kurzabstract, max. eine A4-Seite) können bis spätestens 26. Mai 2011 an datenbank@strategiespielen.de geschickt werden. Die Deadline für den vollständigen Textbeitrag der angenommenen Vorschläge ist der 8. Juli 2011.

Zum Fokus der Publikation:
Trotz ihrer ubiquitären Verwendung und ihrer Kernfunktionalität für zeitgenössische Modi der Information und der Wissensordnung ist die Datenbank in der medien- und kulturwissenschaftlichen Diskussion und Theoriebildung bisher zumeist nur randständig behandelt worden. Der Ansatz der geplanten Publikation zielt entsprechend darauf, die Datenbank als zentrales Moment für eine digitale und ludische Medienkultur zu begreifen und theoretisch zu reflektieren.

In Verbindung mit unterschiedlichen Operationen wie z.B. Filtern, Verbindungen herstellen, Rekombinieren, Exportieren, Aggregieren, Abfragen, etc. stellt die Datenbank als mediale Praxis ‚Schnittstellen‘ für die Verschränkung von Datenverarbeitung mit unterschiedlichen kulturellen, ökonomischen, künstlerischen, politischen und anderen Handlungsfeldern bereit. Als zentrales Element für zeitgenössische Ordnungen und Produktionen von Wissen ist die Datenbank in ihrer Bedeutung dabei keineswegs auf Prozesse der Datenverarbeitung im engeren Sinne beschränkt. Datenbanken sind insbesondere auch Werkzeuge der Selbstführung und der Gouvernance.

Als kulturelle und informatorische Grammatik produziert die Datenbank spezifische Sichtbarkeiten und Subjektivierungseffekte. Sie strukturiert nicht nur die in ihr verwalteten Elemente, sondern lenkt auch die Aufmerksamkeit ihrer Nutzer, sei es durch die Datenräume, die Strukturierung der Programme oder die Präsentation der Ergebnisse. Im Moment der Analyse, also der systematischen Untersuchung eines Sachverhalts hinsichtlich seiner einzelnen Elemente, verbindet sich die Datenbank zudem mit Prozessen der Planung und der Strategie. Darüber hinaus enthält die Datenbank als kulturelle Grammatik ein ‚ludisches Moment‘ und ermöglicht ein Experimentieren und ‚Spielen‘ mit unterschiedlichen Verknüpfungen, Rekombinationen und ‚Manipulationen‘ von Datensätzen.

Auf welche Weise geht die Strukturierungsleistung von Datenbanken in Spiellogiken, Spielästhetiken oder eine ludische ‚Ordnung des Wissens‘ bzw. eine pragmatische ,Ordnung des Spielens‘ ein? Welche neuen Konzepte, Darstellungs- und Handlungsweisen oder Denkformen im Spiel sind auf Datenbanken als kulturelle Formen, Ordnungsfunktionen oder technische Infrastruktur zu beziehen? Wie verändern Datenbanken unser ‚Weltverständnis‘ und unsere medialen (Spiel-)Praxen?

Vorschläge für Beiträge zum Schwerpunkt (Computer-)Spiel und Datenbank können sich (müssen sich aber nicht) an folgenden vier Themenblöcken orientieren:
1. Datenbanken und ludische Handlungsweisen (bspw. Datenbanken als Maschinen von Steuerungs- und Entscheidungshandeln)
2. Datenbanken im Spiel als Agenten ideologischer Ordnungen: Planung, Überblick und Kontrolle
3. Medientheoretische und genealogische Linien der Datenbank im Spiel
4. Ästhetiken der Datenbank  (Darstellungsmodi, Visualisierungen, datenbankspezifische ästhetische Konzepte und Verfahren im Spiel)

Deadline für die Einreichung von Vorschlägen ist der 26. Mai 2011.
Einreichungen bitte an datenbank@strategiespielen.de.
Weitere Informationen zum Konzept der Datenbank als mediale Praxis finden Sie unter http://www.strategiespielen.de/datenbank

Konzept:
Rolf F. Nohr, Stefan Böhme, Serjoscha Wiemer
Forschungsprojekt „Strategie Spielen“
Institut für Medienwissenschaften
HBK Braunschweig.
Website: http://www.strategiespielen.de